Warum landet unser europäischer Müll in Afrika?

Planet Wissen schreibt dazu:

Das sogenannte “Urban Mining” von Elektroschrottdie Gewinnung von Rohstoffen durch Recycling – ist vielen Industrieländern zu teuer. Es rentiert sich bisher kaum, denn die Mengen an Metallen, die dabei wiederverwertet werden könnten, sind bisher nur sehr gering. Statt den Elektromüll in den Herkunftsländern zu recyceln, wird er als gebrauchsfähige Second-Hand-Ware gekennzeichnet und nach Asien oder Afrika exportiert. Aber in Wahrheit ist ein großer Teil davon einfach nur Schrott, obwohl Schrott eigentlich nicht exportiert werden dürfte. Denn die von den europäischen Staaten unterzeichnete Basler Konvention, ein internationales Abkommen, verbietet den Export nicht funktionierender Altgeräte.

Doch in der Praxis ist es schwierig, gebrauchsfähige Geräte von Elektroschrott zu unterscheiden: Der Zoll macht an den Häfen in Rotterdam oder Hamburg Stichproben, steckt einen Teil der Geräte in Steckdosen und überprüft, ob sie funktionieren. Ist das der Fall, wird der Rest auch verschifft. Der Trick dabei ist allerdings oft: Die funktionierenden Geräte stehen vorne, der Schrott hinten. Aus Deutschland werden nach Angaben des Bundesumweltministeriums aus dem Jahr 2010 mehr als 155.000 Tonnen ausgedienter Geräte ins außereuropäische Ausland gebracht.“